Smart City – womit geht es los?

Im April letzten Jahres hatten wir grundlegend auf die Weiterentwicklung der Daseinsvorsorge geschaut – wie kann sich eine Stadt digital weiterentwickeln und zur Smart City werden? Wie kann das ländliche Gebiet zum Smart Country werden?

Der Autor ist Teil der Smart City Initiative im ostthüringischen Gera und setzt sich in der Arbeitsgruppe Energie/Umwelt für die Konzeption einer Energiewelt von Morgen ein. In diesem Beitrag wollen wir nun zeigen, womit eine Smart City los geht.

Die umfassende Transformation einer ganzen Stadt oder Region muss auf vielen Ebenen ablaufen. Da die Anwendungszwecke der digitalisierten Stadt praktisch überall zu spüren sind, muss auch fast jeder mit an den Tisch und an der Entwicklung arbeiten. Die Stadtwerke und Stadtverwaltung genießen ein hohes Vertrauen und sind mit den nötigen Einblicken und Kenntnissen versehen. Jedoch dürfen die Entwicklungen nicht an den tatsächlichen Interessen der Bürger vorbei gehen – also gehören offene Versammlungen, Workshops und Abstimmungen dringend zu den ersten organisatorischen Mitteln.

Bei der Initiative Smart City Gera starteten wir mit einer offenen Ideenkonferenz. Hier haben unter anderem Bürger, Politiker und Unternehmer mit der lokalen Hochschule und der Stadtverwaltung über konkrete Ideen für eine Smart City Gera diskutiert. Ein Teil dieser Ideen wurde zusammengeführt und in einen Fördermittelantrag geschrieben. Eine Vielzahl von Bundes- und Landesministerien, die KfW und verschiedene Stiftungen haben Fördertöpfe für Smart Cities geöffnet, sodass je nach Themenansatz verschiedene Empfänger in Frage kommen könnten. In unserem Fall hat das Bundesinnenministerium den Zuschlag erteilt.

Anschließend wurden alle Bürger zu einer offenen Vollversammlung geladen. Nach einer allgemeinen Diskussion der bevorstehenden Fördermöglichkeiten bildeten sich erste Arbeitsgruppen rund um größere Themengebiete:

  • Stadtentwicklung/Verkehr
  • Energie/Umwelt
  • Bürgerbeteiligung
  • Bildung
  • Wirtschaft

Unser spezieller Fördertopf sieht eine Konzeptphase von zwei Jahren und eine anschließende Projektierung von fünf Jahren vor. Daher arbeiten unsere Arbeitsgruppen aktuell an vielen strategischen, aber auch ganz konkreten Ansätzen für den jeweiligen Themenbereich. Die Ideen werden anschließend in einem größeren Strategiekreis zusammengeführt und abgeglichen. Überschneidungen führen zu gemeinsamen Arbeitssitzungen und eventuell gemeinsamen Projektkonzepten. Da die Arbeitsgruppen grundsätzlich öffentlich tagen und sich in einem öffentlichen Forum austauschen, können alle Bürger jederzeit mitmachen. Aber natürlich müssen auch wir uns damit beschäftigen, wie man Themen wirksam publiziert und Interessenten anzieht. 

Glücklicherweise verfügen wir in Gera bereits über ein LoRaWAN, ein ziemlich flächendeckendes Kommunikationsnetz für Geräte – praktisch eine Art WLAN für Sensoren. Daher können wir neben den strategischen Projektkonzepten auch an ganz kurzfristigen Anwendungen arbeiten. Unsere bereits bestehenden Umweltsensoren könnten wir erweitern oder neue Sensorarten verbauen. Aber sowohl bei den langfristigen, als auch bei den kurzfristigen Ideen kommt es auf die konkreten Menschen an: Visionäre, Querdenker, aber vor allem richtige Macher. Ideen müssen natürlich diskutiert werden, aber dürfen nicht endlose Runden drehen. Irgendwann muss einfach losgelegt werden.

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