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Häufig gestellte Fragen (F. A. Q.)

Der Smart Meter Rollout basiert auf dem 2016 in Kraft getretenen Messstellenbetriebsgesetz. Seit 2017 wartet die gesamte Branche auf die sogenannte Markterklärung des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) – diese erfolgt, wenn es mindestens drei voneinander unabhängige, zertifizierte Hersteller von Smart Meter Geräten gibt. Die Zertifizierung erfolgt durch das BSI und der aktuelle Stand kann hier verfolgt werden.

Nur etwa ein Viertel der Kostenbestandteile der Stromrechnung basiert auf den eigentlichen Kosten der Stromlieferung. Ein weiteres Viertel besteht aus den sogenannten Netzentgelten für den Ausbau und Betrieb der Stromnetze. Der Rest setzt sich aus Steuern und diversen Abgaben und Umlagen (z. B. EEG-Umlage) zusammen. Eine kleine Zusammenfassung kommt in diesem Video vor.

Die MaKo2020 tritt am 1. Dezember 2019 in der deutschen Energiewirtschaft in Kraft. Für die Umstellung wird am 29. November 2019 ein offizieller IT-Systemstillstand verordnet. Dieser Tag wird in den GPKE-/GeLiGas-Feiertagskalender aufgenommen. 

Neue Nachrichten ohne EDIFACT-Referenz dürfen am 28.11.2019 bis 12:00 Uhr versendet und empfangen werden. Antwortnachrichten mit Referenz auf eine vorige EDI-Nachricht dürfen bis 23:59:59 Uhr versendet und empfangen werden. Nachrichten am 29.11.2019 gelten als nicht zugegangen.

Glossar / Lexikon

APERAK: Application error and acknowledgement message, Teil von EDIFACT; inhaltliche Fehlermeldung.

Atomausstieg (Link auf YouTube)

BDEW: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Der größte Branchenverband der Energiebranche, betreibt Lobbyarbeit und fachliche sowie organisatorische Unterstützung für die Mitgliedsunternehmen.

Bilanzierungsgebiet: Netzgebiet eines Verteilnetzbetreibers in welchem Energiemengen zusammengefasst werden. 

Bilanzkreis: virtuelles Energiemengenkonto zwischen einem Energieversorger und Verteilnetzbetreiber. Stellt die Energieerzeugung und den Energieverbrauch aller Kunden eines Lieferanten in einem Bilanzierungsgebiet gegenüber und muss immer ausgeglichen werden. Wird vom Bilanzkreisverantwortlichen (BKV) verwaltet.

BIKO: Bilanzkoordinator. Verwaltet den Ausgleich und die Abrechnung zwischen allen Bilanzkreisverantwortlichen in seiner jeweiligen Regelzone. Diese Rolle wird durch den Übertragungsnetzbetreiber erfüllt.

BKV: Bilanzkreisverantwortlicher. Verwaltet den Ausgleich zwischen Energieerzeugung und Energieverbrauch in einem Bilanzkreis kaufmännisch und energetisch durch Zukauf oder Verkauf von Energiemengen. Diese Rolle wird im Regelfall direkt durch den Energieversorger erfüllt.

Blackout (Link auf Youtube)

Blockheizkraftwerk: meist ein Kleinkraftwerk bzw. eine Energieanlage, die sowohl Strom als auch Wärme erzeugt. Basiert auf der Verfeuerung eines Brennstoffes wie Gas, Holzpellets oder auf einer Brennstoffzelle. Kann als Mini-BHKW für die Versorgung eines Mehrfamilienhauses oder Quartiers verwendet werden.

Bundesnetzagentur: die Regulierungsbehörde für Strom und Gas. Seit 2005 für die Netze, den Markt, Entgelte und Streitfragen zuständig. Gemeinsam mit dem Bundeskartellamt für die Überwachung der Energiewirtschaft zuständig.

CCS: Carbon Capture and Storage – CO2-Emissionen werden abgefangen und an einen Speicherort (z. B. Gaskaverne) transportiert

CCU: Carbon Capture and Utilization – CO2-Emissionen werden abgefangen und weiter verwendet (z. B. zur Methanisierung von Wasserstoff)

CONTRL: Control, Teil von EDIFACT; Bestätigung des Eingangs und der formellen (nicht inhaltlichen) Korrektheit einer Nachricht.

EDIFACT: der Kommunikationsstandard für den Datenaustausch. In der Energiewirtschaft werden die angewendeten Datenformate unter EDI@Energy zusammengefasst.

EEG: Erneuerbare-Energien-Gesetz. Regelt vor allem die Vergütung von Erneuerbare-Energie-Anlagen. Am 1. April 2000 in Kraft getreten. 

EIC: Energy-Identification-Code. Eine europaweit eindeutige 16-stellige Identifizierungsnummer für Energieunternehmen und Identifizierungsobjekte wie Bilanzierungsgebiete. Werden in Deutschland vom BDEW (Strom) bzw. DVGW (Gas) vergeben. Zum Beispiel 10YDE-ENBW—–N für das Übertragungsnetz von TransnetBW.

Elektrolyse: die Aufspaltung molekularer Verbindungen durch starken Strom. Im Sinne der Wasserelektrolyse wird Wasser durch starken Strom in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. 

Elektrolyseur: große Anlagen zur Durchführung des (Wasser-) Elektrolyse-Prozesses.

Elektromobilität (Link auf YouTube)

Endenergie: die Energie, die beim Endverbraucher ankommt. Transportverluste werden abgezogen.

Energieaudit (Link auf Podcast)

Energiebilanzierung (Link auf Podcast)

Energiewende (Link auf YouTube)

Erneuerbare Energie: Energiequellen, die endlos oder nachwachsend zur Verfügung stehen wie Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme und nachwachsende Biomasse.

FNB: Fernleitungsnetzbetreiber. Für ein Gas-Fernleitungsnetz zuständiger Netzbetreiber, der die Infrastruktur der überregionalen Gasnetze zum Erdgas-Transport operativ betreibt.

Gleichstrom: Elektrizität, die gleichmäßig in eine Richtung fließt. Wird durch Gleichrichter aus Wechselstrom erzeugt, findet sich in Solarzellen, Batterien, bei Elektrolyse-Prozessen und in Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Stromnetzen.

gMSB: grundzuständiger Messstellenbetreiber; durch das Messtellenbetriebsgesetz eingeführte Marktrolle, im Regelfall durch den örtlichen Stromnetzbetreiber ausgefüllt. Verantwortlich für den Smart Meter Rollout und die Messwerte. Muss sich beim Einbau der Smart Meter an definierte Preisobergrenzen halten.

GPKE: Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität. Prozessvorgaben rund um den Lieferantenwechsel und Stammdatenänderungen. Von der Bundesnetzagentur per BK6-06-009 zum 01.08.2007 eingeführt. Zuletzt durch die MaKo2020 angepasst.

iMS: intelligentes Messsystem. Die Bezeichnung für Smart Meter, die dauerhaft mit einem Smart Meter Gateway bzw. Servern verbunden sind und daher für jede Viertelstunde die gemessenen Energiemengen übertragen. Werden im Zuge des Smart Meter Rollout vor allem bei größeren Verbrauchern eingebaut.

INVOIC: Invoice message, Teil von EDIFACT; Rechnungsnachricht in der Netznutzungsabrechnung.

JVP: Jahresverbrauchsprognose. Der angenommene zukünftige Jahresverbrauch eines Endverbrauchers. Basiert auf historischen Daten wie dem gemessenen Vorjahresverbrauch. Ergibt zusammen mit dem Standardlastprofil die Grundlage für die Energiemengen-Prognose.

Kilowattstunde

Klimaschutzgesetz (Link auf Podcast)

kME: konventionelle Messeinheit. Die Bezeichnung für klassische Stromzähler wie den Ferraris-Zähler und einfache digitale Zähler.

KWK: Kraft-Wärme-Kopplung. Kraftwerke und Anlagen, die sowohl Strom als auch Wärme erzeugen. Werden im besonderen durch das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) gefördert.

Lieferant: Energielieferant, der Endverbraucher beliefert bzw. die Energiemengen einer Einspeiseanlage entgegen nimmt. Auch als Energieversorger bezeichnet.

Lieferantenwechsel (Link auf Podcast)

Lokationsbündel: Identifizierungsobjekt für messtechnisch zusammengehörige Marktlokationen und Messlokationen.

MaBiS: Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom. Prozessvorgaben rund um die Strombilanzierung, Bilanzkreise und Zeitreihenmanagement. Von der Bundesnetzagentur per BK6-07-002 zum 01.04.2011 eingeführt. Zuletzt durch die MaKo2020 angepasst.

MaKo 2020 / Marktkommunikation 2020 (Link auf Podcast)

MaLo: Marktlokation. Das Identifizierungsobjekt für eine Energie-Verbrauchsstelle oder -Erzeugungsstelle. Wird in der Marktkommunikation u.a. für die Abrechnung und Bilanzierung sowie die eineindeutige Identifizierung verwendet.

Marktgebiet: Gas-Gebiet in der Verantwortung eines Marktgebietsverantwortlichen, in welchem Gasmengen am virtuellen Handelspunkt zwischen Bilanzkreisen gehandelt werden können.

MeLo: Messlokation. Das Identifizierungsobjekt für die Energiemessung. Wird in der Marktkommunikation u.a. für technische Daten und die Übertragung von Messwerten verwendet.

Messstellenbetriebsgesetz: als Teil des Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende zum 02.09.2016 in Kraft getreten. Definiert moderne Messeinrichtungen, intelligente Messsysteme, wettbewerbliche und grundzuständige Messstellenbetreiber sowie die technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen des Smart Meter Rollouts.

MGV: Marktgebietsverantwortlicher. Ist zuständig für den virtuellen Handelspunkt, die Regelenergie und die Bilanzkreisabrechnung in einem Gas-Marktgebiet. In Deutschland Gaspool und NetConnect.

mME: moderne Messeinheit. Die Bezeichnung für Smart Meter, die nicht dauerhaft mit einem Smart Meter Gateway bzw. Servern verbunden sind und daher üblicherweise nur ein mal im Jahr digital ausgelesen werden. Werden im Zuge des Smart Meter Rollout bei Kleinverbrauchern eingebaut.

MPES: Marktprozesse für erzeugende Marktlokationen (Strom); Prozessvorgaben rund um Einspeisestellen. Von der Bundesnetzagentur per BK6-12-153 zum 01.10.2013 eingeführt. Zuletzt durch die MaKo2020 angepasst.

MSB: Messstellenbetreiber. Verantwortet den Einbau, Betrieb, die Wartung und Ablesung von Energiezählern sowie dazugehörigen Geräten an der Messlokation. Verantwortet während der MaKo2020 die sternförmige Verteilung von Energiemengen.

MSCONS: Metered services consumption report message, Teil von EDIFACT. Übertragung von Zählerständen und Energiemengen, sowie Lieferscheinen der Netznutzungsabrechnung.

Nachhaltigkeit: „Eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen, 1987)

Netzdienlichkeit: Anlagen am Stromnetz, die zur Stabilisierung der Netzfrequenz beitragen.

Netzentwicklungsplan: Planungsgrundlage für den Stromnetz- und Gasleitungs-Ausbau. Für Strom von den Übertragungsnetzbetreibern für die nächsten 10-15 Jahre vorgeschlagen. Für Gas von den Fernleitungsnetzbetreibern für die nächsten 10 Jahre vorgeschlagen. Wird nach einer öffentlichen Konsultation von der Bundesnetzagentur beschlossen.

Netzgebiet: das Gebiet in der Verantwortung eines Verteilnetzbetreibers.

Netzkonto: ein virtuelles Gaskonto, in welchem alle Einspeisungen den allokierten Ausspeisungen sowie Übergaben in nachgelagerte Netze gegenübergestellt werden.

Nutzenergie: die Energieform, die vom Verbraucher direkt genutzt wird. Dabei handelt es sich um Licht, Wärme, Kälte, mechanischer Antrieb. Wird in der Energiewirtschaft als definierter Begriff verwendet.

Offshore-Wind: außerhalb der Küste (off shore) – auf dem Meer – stehende Windenergieanlagen

Onshore-Wind: auf dem Land (on shore) stehende Windenergieanlagen

Photovoltaik: Sonnenenergie, die mittels Solarzellen in Strom umgewandelt wird. Wird auf Hausdächern oder Freiflächen gebaut und stellt Erneuerbare Energie zur Verfügung.

Power-to-Fuel: erneuerbar erzeugter Strom wird durch Elektrolyse zu künstlichen Kraftstoffen wie Benzin weiterentwickelt

Power-to-Gas: erneuerbar erzeugter Strom wird durch Elektrolyse zu Wasserstoff umgewandelt und eventuell später zu künstlichem Methan weiterentwickelt

Power-to-Heat: erneuerbar erzeugter Strom wird durch Wärmepumpen, Elektro-Heizkessel, etc. für die Wärmeversorgung verwendet

Primärenergie: die Energieform, die direkt der Natur entnommen werden kann. Dabei handelt es sich um Sonnenlicht, Wind, Wasser und Primärenergieträger wie Kohle und Erdgas. Die Vorstufe von Sekundärenergie.

Prosumer: Kunstwort aus producer (Energie-Produzent) und consumer (Energie-Verbraucher), also ein Energieverbraucher der gleichzeitig z. B. Strom mit Photovoltaik erzeugt

Regelzone: das Gebiet eines Übertragungsnetzbetreibers, in welchem alle Netzgebiete bzw. Bilanzkreise übergreifend verwaltet werden. 

Repowering: die Erneuerung alter Teile einer Energieerzeugungsanlage zur Erhöhung der Leistung bzw. Effizienz

REMADV: Remmittance advice, Teil von EDIFACT. Zahlungsavis, als Antwort auf Netznutzungsabrechnungen.

Sektorkopplung: die Zusammenführung der Strom-, Verkehrs- und Wärme-Sektoren, indem Mobilität und Wärmeversorgung durch Strom angetrieben werden.

Sekundärenergie: Energieform, die nach Umwandlung von Primärenergie vorliegt. Wird im Regelfall zu Transportzwecken umgewandelt. Dabei handelt es sich um Strom, Kohlebrickets, Benzin, Diesel und ähnliches. 

Smart Cities (Link auf Podcast)

Smart Meter Rollout (Link auf Podcast)

Strom (Link auf Youtube)

Stromrechnung

Stromsperren (Link auf Youtube)

ÜNB: Übertragungsnetzbetreiber. Für eine der vier Regelzonen verantwortlicher Netzbetreiber, der den kaufmännischen und energetischen Ausgleich übergreifend verantwortet. In Deutschland: 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW.

Unbundling: Entflechtung der Stromnetzbetreiber von den Energieversorgern. 

UTILMD: Utilities master data message, Teil von EDIFACT. Wechselprozesse und Stammdaten.

Verteilnetzbetreiber: verantwortet den Bau, Betrieb und die Wartung der Strom- und Gas-Leitungen eines Netzgebiets. Ist in der Marktkommunikation für verschiedene bilanzierungsrelevante Stammdaten verantwortlich.

Wechselstrom: Elektrizität, die regelmäßig ihre Richtung wechselt. Wirch durch Wechselrichter aus Gleichstrom erzeugt, findet sich im normalen Stromnetz.

WiM: Wechselprozesse im Messwesen; Prozessvorgaben rund um Zählerwechsel, Messstellenbetrieb und Energiedaten. Von der Bundesnetzagentur per BK6-09-034 zum 01.10.2011 eingeführt. Zuletzt durch die MaKo2020 angepasst.

wMSB: wettbewerblicher Messstellenbetreiber. Ein Energieunternehmen oder Dienstleister, der regional oder bundesweit Smart Meter sowie dazugehörige Leistungen anbietet. Kann freiwillig gewählt werden und ist nicht an gesetzliche Preisobergrenzen gebunden.

Zuordnungsvereinbarung: der Vertrag mit Rechten und Pflichten zwischen dem Bilanzkreisverantwortlichen und dem Verteilnetzbetreiber. Im Regelfall Teil des Lieferantenrahmenvertrags.